Evolutionsbedingt essen wir gerne süß,...

...das richtige Maß dafür haben wir allerdings schon längst verloren. Schon ein Säugling verbindet schützende, wohlige Wärme und Nähe zur Mutter, mit dem Geschmack der Süße der Muttermilch. Bei  Zucker denken wir meist nur an Haushaltszucker. Aber um zu verstehen, worauf unser Körper mit Schwankungen des Blutzuckerspiegels reagiert, ist es wichtig zu wissen: Zucker ist nichts anderes als Kohlenhydrate. Diese sind z.B. in Getreide, Gemüse, Kartoffeln, Milch, Obst.

Speicheln wir komplexe Kohlenhydrate aus Getreide (z.B. Brot) lange genug ein, schmecken wir die zunehmende Süße, der darin enthaltenen Zuckersubstanzen. Zucker wirkt für uns so verführerisch, wie Muttermilch für den Säugling. Dieser Mechanismus ist so alt wie die Welt.(Kristall-)Zucker hat die Industrie erfunden. Süße Kristalle, herausgelöst aus dem Verbund von Vitaminen und Mineralstoffen, die naturbelassen in Rüben oder Zuckerrohr vorkommen. Oft getarnt und versteckt hinter Bezeichnungen wie beispielsweise Dextrose, Maissirup, Rohrzucker.Zucker, der zu den Genussgiften wie Alkohol, Nikotin, Kaffee und Drogen zählt, kann ebenso bedrohlich, wie diese, für unsere Gesundheit sein. Genussgifte erhöhen den Mineral- und Vitalstoffbedarf des Organismus.

Laut einer Studie der Princeton University hat der regelmäßige Zuckerkonsum, der das Verlangen danach erhöht statt befriedigt, eine Veränderung im Gehirn zur Folge, ähnlich wie bei Morphin- oder Kokainabhängigkeit. „Zucker kann süchtig machen und wie andere Drogen auch Entzugserscheinungen hervorrufen,“schreibt die Techniker Krankenkasse.

Süße Verführung ist überall, vor allem wo wir sie nicht vermuten. Pizza, Fertigprodukte aller Art, Burger, Kuchen, Schokolade etc.

Lebensspender und süßes Gift zugleich! Kaum ein anderes Genussmittel eignet sich besser, uns in einen (legalen) Suchtkreislauf zu bringen.Zuckersüchtige sind nicht „essgestört“, denn sie haben kein Problem mit dem „Essen“, sondern mit Zucker und Weißmehl und vor allem, mit der Kombination aus beidem. Der Zwang nach Süßem hat dann nichts mit Diszipinlosigkeit zu tun, er wird zur KRANKHEIT. Lassen Sie es nicht so weit kommen!
 
Die Schüler saßen am Ufer eines Flusses.
„Wenn ich jetzt den Hang hinunterfalle, muss ich dann ertrinken?“fragt einer derSchüler.
„Nein, nicht wenn du in den Fluß hineinfällst, musst du ertrinken;
wenn du drin bleibst, “ sagte der Meister.
aus ‚Gib deiner Seele Zeit‘ von Anthony de Mello