Drei Werkzeuge, drei Aufgaben
Kaum ein Ernährungsthema wird so kontrovers diskutiert wie unsere Makronährstoffe.
Mal gelten Kohlenhydrate als Dickmacher.
Dann wird Fett zum Problem erklärt.
Später heißt es wieder, Eiweiß sei die Lösung für nahezu alles.
Dabei stellt unser Organismus eine ganz andere Frage:
Welche Aufgabe muss heute erfüllt werden?
Ein gutes Feuer braucht verschiedene Brennstoffe
Stell Dir vor, Du möchtest ein Feuer entzünden.
Du beginnst mit feinen Holzspänen.
Sie fangen den Funken schnell auf.
Dann folgen kleine Äste.
Schließlich sorgen größere Holzscheite für ein kräftiges Feuer.
Und die Holzkohle hält die Glut noch lange aufrecht.
Jedes Material erfüllt eine andere Aufgabe.
Erst ihr Zusammenspiel macht aus einem Funken ein dauerhaftes Feuer.
Mit unserem Organismus ist es ganz ähnlich.
Auch hier übernehmen Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate unterschiedliche Aufgaben.
Eiweiß – der Baustoff
Eiweiß liefert das Material, aus dem unser Organismus aufbaut und repariert.
Muskeln.
Bindegewebe.
Haut.
Haare.
Nägel.
Hormone.
Enzyme.
Antikörper.
Überall dort, wo neue Strukturen entstehen oder beschädigtes Gewebe ersetzt werden muss, werden Aminosäuren benötigt.
Fehlt über längere Zeit ausreichend Eiweiß, können Regeneration, Muskelaufbau oder Wundheilung beeinträchtigt sein.
Kohlenhydrate – schnell verfügbare Energie
Vor allem Gehirn, Nervensystem und Muskulatur greifen bei Bedarf gerne auf Kohlenhydrate zurück.
Sie liefern Energie, wenn sie kurzfristig benötigt wird.
Der Körper kann einen Teil davon als Glykogen speichern und später wieder bereitstellen.
Wie viele Kohlenhydrate sinnvoll sind, hängt allerdings von der jeweiligen Lebenssituation ab.
Ein Leistungssportler hat andere Anforderungen als ein Mensch mit überwiegend sitzender Tätigkeit.
Fett – Schutz und Ausdauer
Fette bilden einen wichtigen Bestandteil jeder Zellmembran.
Sie sind an der Hormonbildung beteiligt.
Schützen unsere Organe.
Ermöglichen die Aufnahme fettlöslicher Vitamine.
Und stellen Energie für längere Belastungen bereit.
Ohne Fett wäre Leben nicht möglich.
Kein Werkzeug ist wichtiger als das andere
Hier liegt aus meiner Sicht das eigentliche Missverständnis vieler Ernährungsdiskussionen.
Wir bewerten Makronährstoffe häufig so, als müssten sie gegeneinander antreten.
Dabei erfüllen sie völlig unterschiedliche Aufgaben.
Ein Schraubenzieher ist nicht besser als eine Säge.
Eine Schere ist nicht wichtiger als ein Messer.
Genau deshalb trägt ein Schweizer Taschenmesser mehrere Werkzeuge in sich.
Nicht weil eines besonders gut ist. Sondern weil jede Aufgabe ein anderes Werkzeug braucht.
Mit Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten verhält es sich genauso.
Unser Organismus nutzt sie dort, wo sie gerade gebraucht werden.

Nicht jedes Werkzeug erfüllt dieselbe Aufgabe. Erst ihr Zusammenspiel macht das Schweizer Taschenmesser – und unseren Organismus – so vielseitig.
Mein Gesundheitsgedanke
Mein erster Gedanken in der Praxis ist immer:
„Welche Aufgabe muss dieser Organismus gerade erfüllen?“
Denn genau davon hängt ab, welche Werkzeuge er in diesem Moment benötigt.
Ulli Schabesberger® – Gesundheitsstrategin | Entwicklerin der Schabesberger Gesundheitsstrategie.
Der erste Schritt ist, gehört und verstanden zu werden.
Gemeinsam betrachten wir Deine individuelle Situation und schaffen Orientierung für die nächsten sinnvollen Schritte.
