„Da kannst du nichts machen, das hast du von deinen Eltern geerbt. Das liegt in deinen Genen.“
Diese und ähnliche Sätze kann ich nicht mehr hören! Woher kommt diese Opferhaltung? Warum glauben wir, dass wir unseren Genen ausgeliefert sind? Warum geben wir unsere Eigenverantwortung für ein paar Tabletten ab? Tabletten die Symptome bekämpfen, deren Ursachen wir allerdings meist ignorieren.
Warum setzten wir unser Vertrauen lieber in Chemie statt in unseren Körper? – Einen Körper, der über Jahrtausende
hinweg sich selbst zu heilen wusste?
Epigenetik: Die Wissenschaft der Genregulation
„Epi“ bedeutet übersetzt so viel wie „über“, „darüber hinaus“. Ein Prozess über die Genetik hinaus.
Die Epigenetik nimmt Einfluss auf die Genaktivität, verändert dabei aber nicht die Gene selbst. Epigenetische Muster und erworbene Information, sind an weitere Generationen vererbbar.
Epigenetik befasst sich mit den Veränderungen in der Genexpression ehr lesen, die durch äußere Faktoren wie Stress, Ernährung, Lebensstil und Umweltbedingungen verursacht werden. Diese Veränderungen können die Aktivität von Genen beeinflussen, ohne die DNA-Sequenz selbst zu verändern.
Epigenetische Mechanismen sind reversibel, was bedeutet, dass durch gezielte Maßnahmen positive Veränderungen in der Genexpression erreicht werden können. Zum Beispiel kann eine gesunde Lebensweise, die Stressreduktion und eine ausgewogene Ernährung umfasst, epigenetische Veränderungen fördern, die die Gesundheit verbessern.
Unsere Gene sind kein unveränderliches Schicksal. Wir sind Schöpfer unserer Lebensbedingungen Epigenetik legt die Verantwortung für unsere Gesundheit wieder in unsere Hände.
Epigenetik gilt als das Bindeglied zwischen Umwelteinflüssen und Genen: Sie bestimmt mit, unter welchen Umständen, welches Gen angeschaltet wird und wann es wieder stumm wird. Experten sprechen hier von Genregulation.
Wir sind mehr als die Summe unserer Gene
Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied zwischen Genetik und Epigenetik:
Die Genetik hält den Bauplan für unsere Zellen und somit unseres Körpers bereit. Sie kann im übertragenen Sinne mit der Hardware eines Computers verglichen werden. Die Epigenetik hingegen entscheidet wie die Gene abgelesen werden und ist in unserem Beispiel die Software des Computers. Sie hat also die Macht darüber zu entscheiden, welche Gene aktiviert werden oder welche Gene stumm geschalten werden. Und wie bereits oben genannt: Die Epigenetik reagiert sensibel auf Umwelteinflüsse und passt sich ihnen an. Wir können über unsere Umwelt- und Lebensgestaltung die Epigenetik und somit unsere Genaktivität beeinflussen. Lasst uns zu unseren eigenen Softwareentwicklern werden. Nutzen wir diese großartige Erkenntnis, um ganzheitliche Selbstheilung zu fördern.
Was können wir tun, um positiv in das epigenetische Geschehen einzuwirken?
Alle Funktionen rund um unseren Körper, die im Hintergrund ablaufen, werden durch unseren Lebensstil beeinflusst. Jede einzelne Zelle (80 000 000 000 000 trägt jeder Mensch ungefähr im Körper) ist in ihrer Funktion davon abhängig, wie wir unser Leben gestalten. Nur 1% der Krankheiten sind genetisch vorbestimmt. Die restlichen 99% finden ihre Ursache in unseren Umweltbedingungen und unserem Lebensstil.
Die Wissenschaft der Epigenetik berücksichtigt folgende Bereiche:
- Zellbiologie, Genetik, Epigenetik, Ursache von Krankheit
- Transgenerationale Übertragungen, Prägung und Erfahrung durch unsere Ahnen
- Psychoepigenetik
- Vorteilhafte, artgerechte Ernährung
- Gestaltung des sozialen Umfeldes
- Schlafoptimierung
- Bewegung, Biohacking und Regeneration
- Effektive Entgiftung unserer Zellen
Jede einzelne Veränderung in diesen Bereichen, an den richtigen Stellschrauben, erhöht unsere Lebensqualität. In der Gesamtheit können wir über und selbst hinauswachsen und Krankheit und vorzeitigem Altern ein Schnippchen schlagen.
Unser Körper ist ein faszinierender Organismus, der auch jahrelange Belastung verzeiht.
(Quelle: Ausbildungsunterlagen ©2022 Healversity)
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